Heraklion/Kreta
Auf der Europameisterschaft im Ju-Jutsu gab es zum ersten Mal seit 9 Jahren wieder eine Beteiligung von Herzogenauracher Kämpfern. Die beiden Fighter Ronja Herrmann (U18 -57 kg) und Fabian Erler (Senioren -94 kg) hatten beide ihr internationales Debüt in Griechenland und konnten nach einer intensiven Vorbereitung Erfolge und Medaillen mit nach Hause bringen.
Ronja Herrmann startete in der U18 -57 kg. Im Auftaktkampf legte sie direkt vor und konnte sich einen knappen Sieg gegen die Kontrahentin aus Polen erringen. Leider musste sie sich im zweiten Kampf gegen eine Gegnerin aus Russland geschlagen geben. In der Trostrunde traf sie auf eine Französin, gegen welche sie mit ihrer Schnelligkeit und einer guten taktischen Marschroute den Sieg erringen konnte. Der nächste Kampf für Ronja Herrmann war leider ihr letzter des Turniers, nachdem sie der rumänischen Kontrahentin unterlag. Am Ende des Tages eine ausgeglichene Bilanz mit zwei Siegen und zwei Niederlagen für die Herzogenauracher Athletin und ein starker 7. Platz im internationalen Debüt.

Fabian Erler, welcher in der stark besetzten Männerklasse -94 kg antrat, stand gleich zu Beginn einem Griechen mit Heimvorteil gegenüber. Dieser war allerdings nutzlos, da Fabian Erler mit schnellen Schlagtechniken früh die Führung übernahm und bis zum Ende halten konnte. Im nächsten Kampf musste der 21-jährige Student gegen den Weltranglistenersten Filip Trajkovic aus Serbien antreten. Nach einem sehr guten Start in den Kampf hatte Fabian Erler zwei kurze Momente der Unachtsamkeit, welche ihm eine Disqualifikation einbrachten. In der Trostrunde durfte er nun gegen einen ukrainischen Athleten antreten. Diesen Kampf konnte Fabian erneut durch saubere Techniken für sich entscheiden.
Im Einzug um das kleine Finale stand ihm ein Spanier gegenüber. Den Längenvorteil des Spaniers konnte Fabian Erler mit Druck und Geschwindigkeit negieren und zeigte großes Durchsetzungsvermögen, womit er ins kleine Finale einziehen konnte. Hier traf er auf den äußerst taktischen Kämpfer Schullenklopper aus den Niederlanden. Doch der Herzogenauracher drehte den Spieß um und konnte nach einigen knappen Sequenzen seinen Gegner in eine taktische Zwickmühle zwingen. Der Gegner hatte die Wahl, viel zu riskieren oder wegen seines passiven Kampfstils einen 6. Strafpunkt zu erhalten, was die Disqualifikation bedeutet hätte. Er entschied sich allerdings, auf der Matte das Reden anzufangen, was im Ju-Jutsu nicht erlaubt ist. Somit konnte sich Fabian Erler über die Bronzemedaille und ein gelungenes Debüt auf der internationalen Bühne freuen.

Dem noch nicht genug wurde Fabian Erler aufgrund der gezeigten Leistung für den Team-Wettkampf nominiert. In diesem treten fünf Athleten pro Nation in den jeweiligen Gewichtsklassen gegeneinander an. In diesem Wettkampf musste sich Deutschland gleich zu Beginn gegen den Gastgeber Griechenland geschlagen geben. Nach einem dominanten Sieg gegen Montenegro durfte der Herzogenauracher erneut im kleinen Finale für Deutschland kämpfen. Diesmal ließ er keinen Zweifel aufkommen und gewann mit über 10 Punkten Differenz gegen den rumänischen Kontrahenten. Mit diesem Sieg legte er die Weichen für das deutsche Team, welches seinem Beispiel folgte und jede Begegnung im kleinen Finale gewann. Dadurch konnten sich Deutschland und insbesondere Fabian Erler über eine weitere Bronzemedaille freuen!